Kläranlagensanierung

Vor Ort hat am Dienstagabend Planer Helmut Aigner den Further Stadtrat auf Wunsch aus dem Gremium über den Stand der Kläranlagen-Sanierung informiert. Man sei soweit im Zeitplan, sagte Bürgermeister Sandro Bauer und teilte mit, dass die ersten Zahlungsbescheide erst 2016 an die Bürger verschickt werden. Die zuletzt veranschlagten Kosten von etwa 13 Millionen Euro für die Sanierung hätten sich bislang nicht erhöht, sagte Aigner, allerdings seien die Aufträge für die Elektrotechnik noch nicht vergeben. Dies stehe aber bald an, und dann könne man mit hoher Gewissheit sagen, „wo der Zug hinfährt“.

Das Verschicken der Zahlungsbescheide verzögere sich, weil die Bestandserhebung doch umfangreich war, und die letzten Bögen später zurückkamen als erwartet, erklärte der Bürgermeister. Außerdem liefen derzeit noch Kanalbaumaßnahmen, die sich hinausgezogen hätten, und sich auf die Berechnungsmodelle auswirkten, die dem Stadtrat vorgelegt werden und anhand derer das Gremium dann entscheiden muss, wie die Bürger zur Kasse gebeten werden.

Mindestens 40 Jahre würden hier zwischen neu und alt liegen, sagte Bauer in Bezug auf die Kläranlage. Es sei lange nichts investiert worden und wahnsinnig viel, was nun gebaut werde. In den kommenden 20 Jahren werde dann aber nichts Größeres mehr anfallen. Die Baumaßnahme sei auf einem guten Weg. Er hoffe, dass das Wetter weiterhin mitspiele und der Winter nicht zu streng werde, und dass das Projekt unfallfrei über die Bühne geht, sagte der Bürgermeister. Ruhestandsbedingt seien aus der Belegschaft der Kläranlage zwei Mitarbeiter ausgeschieden und nur durch einen ersetzt worden. Nun sei das Team eine gute Mischung aus erfahrenen Leuten und einem neuen Fachmann.
 
Und: Die Mitarbeiter würden die Baumaßnahme derzeit hautnah mitbekommen, lernten die Anlage also von der Pike auf kennen, was das spätere Arbeiten sicher erleichtere. Ein großes Lob sprach Bauer der Belegschaft aus, denn während der Bauphase müsse der normale Kläranlagen-Betrieb weiterlaufen, die Grenzwerte müssten genauso eingehalten werden. Helmut Aigner betonte, es arbeiteten durch die Bank gute Firmen auf der Baustelle. Die Arbeiter seien engagiert und lieferten eine gute Arbeit von hoher Qualität ab. Es habe bislang keinerlei Probleme gegeben.

Thema war auch wieder, ob die Ränkamer mit an die Further Kläranlage angeschlossen werden. Ein entsprechender Anschluss des Kanals könne durch einen Übergabeschacht an der Aldi-Kreuzung erfolgen, erklärte Aigner. Eine Entscheidung des Stadtrats in Bezug auf Ränkam solle im ersten Quartal 2016 fallen, kündigte der Bürgermeister an.
 
Reserve von zehn Prozent
Michael Mühlbauer wollte wissen, wie die Qualität des Wassers am Ende aussehen werde. Der Gesetzgeber schreibe bestimmte Grenzwerte vor, erklärte Aigner. Die würden mit der künftigen Anlage sicher eingehalten, aber nicht weit unterschritten. Die Anlage werde die gesetzlichen Anforderungen erfüllen, nicht mehr und nicht weniger. Ausgelegt sei sie auf 25 000 Einwohnerwerte. Furth im Wald habe zwar nur 9000 Einwohner, es gehe aber um Einwohnergleichwerte. Die Anlage müsse ja auch auf Gewerbe ausgelegt sein, etwa auf einen Schlachthof und andere Firmen.
 
Man habe mit Hilfe eines Betriebstagebuchs die bisherige Belastung der Anlage registriert und etwa 21 600 Einwohnerwerte als Ist-Belastung festgestellt, sagte Aigner. Die Differenz würde eine Möglichkeit in Bezug auf Ränkam bieten, außerdem sei eine Reserve von zehn Prozent angemessen.
 
Quelle: Mittelbayerische Zeitung